Donnerstag, November 26, 2009

Augsburger und der Augsburg(e)r

Für die, die den Fall nicht verfolgt haben: Ein Blogger wollte und hatte die Domain Augsburgr.de registriert. Vorher hatte er aber die Stadt Augsburg um Erlaubnis gebeten, aber nicht abgewartet, ob diese Erlaubnis tatsächlich erteilt würde. Die Stadt schickte dann auch keine Antwort auf die Frage, sondern eine Abmahnung in Höhe von 1890 Euro für Anwaltkosten. Der Grund: der Blogger habe durch die Registrierung seiner Domain augsburgr.de die Namensrechte der Stadt verletzt.

Wie zu erwarten und auch in ähnlichen Fällen (Jack Wolfskin, Jako) gab es einen Riesenaufschau im Internet, die Reputation der Stadt litt und man reagierte wie auch schon bekannt. Man (die Stadt Augsburg) sei im Recht, man wolle aber nicht so sein, und der Blogger müsse nicht zahlen.

Die Stadt ist sicher auch formaljuristisch im Recht. Was mich als Bürger einer anderen Stadt aber stutzig macht, ist der Umgang einer Stadt mit ihren Bürgern. Oder anders gesagt, wem gehört eigentlich die Stadt (und ihr Name)? Der Stadtverwaltung, vertreten durch den Oberbürgermeister, oder sind nicht auch die Augsburger ein Teil dieser Stadt und haben Anrecht auf den Namen Augsburger (in welcher Schreibweise auch immer)? Irgendwie scheint mir das ein Fall zu sein, der durchaus prüfenswert ist. Vielleicht findet sich ja mal jemand, der einen solchen Fall beispielshaft durchzieht. Und sei es nur, um Rechtssicherheit zu erlangen.

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